Alternative zum Unglücklich-sein: Sei planlos!

Copyright by Camdiluv/flickr.com

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Wenn alles drunter und drüber geht hilft nur eins: Mit dem aufhören, was man gerade tut und mal kurz stillstehen. Dann nehmen wir in Gedanken alles belastende und wischen es vom Tisch und decken ihn völlig neu ein.
Ein Beispiel: Ich war die letzten zwei Wochen ziemlich angespannt. Die Tatsache, dass ein neuer Mitbewohner in Form eines zauberhaften, jungen Rüden bei mir eingezogen ist, hat mich ziemlich unter Druck gesetzt. Oder sagen wir, ich habe mir den Druck selbst gemacht. Dazu kam, dass es mir gesundheitlich überhaupt nicht gut ging, dann die neue Situation in der Selbständigkeit – kurz: Es kam alles zusammen und war zuviel. Wie also aus dieser Anspannung rauskommen? Nach einer fast schlaflosen Nacht beschloss ich, mir jetzt bezüglich des Hundes erstmal keinen Stress zu machen. Ich konzentrierte mich auf das was ging und nicht das, was nicht ging. Bezüglich der Selbständigkeit gab ich die Vorstellung auf, jetzt einen Plan haben zu müssen und setzte mich gedanklich mit der neuen Freiheit auseinander. Ich merkte, dass diese neue Freiheit sehr ungewohnt für mich ist und ich auch hier Zeit brauche, um mich daran zu gewöhnen. Denn mir der Freiheit ist das wie mit dem Glück: Manche Menschen können gar nicht damit umgehen, frei oder glücklich zu sein, weil sie es nicht kennen und immer nur in ihrem engen Korsett aus Erwartungen und Restriktionen gelebt haben. Zu erkennen, dass auch ich zu diesen Menschen gehöre war irgendwie tröstlich.

Ich konzentrierte mich in den letzten Tagen mehr auf mich und meinen Hund, sorgte für eine ruhige, geordnete Atmosphäre und nahm mir Ruhepausen, wenn ich merkte, es wird anstrengend. Auch wenn es anfangs sehr ungewohnt ist, zu äußern, dass man jetzt eine Pause braucht UND sie sich auch nimmt – nur so ist es möglich, aus diesem immerwährenden inneren Hamsterrad auszusteigen, in das wir jeden Morgen aufs neue steigen. Bis der neue Umgang mit mir selbst automatisiert ist, werden noch viele “Rückfälle” entstehen. Das ist auch okay. Dann höre ich einfach wieder mit dem auf, was ich gerade tue und stehe kurz still.

Wir müssen keinen Plan haben, wie wir aus all den Baustellen rauskommen. Das funktioniert sowieso nicht. Was wir aber immer machen können, wenn wir merken, dass es jetzt wieder mal zuviel wird, ist, uns zu fragen: Wie hätte ich es denn jetzt gerade gerne stattdessen. Möchte ich nicht viel lieber locker an die Hundeerziehung herangehen und die Zeit mit meinem Tier genießen? Gut, wie kann ich das anstellen? Und wenn ich nunmal gerade nicht ganz gesund bin, wie kann ich mich auf der anderen Seite stärken – z.B. indem ich mich mit meinen speziellen Vitalstoffen von innen stärke, indem ich mich bewege, indem ich trotz alldem mich nicht verurteile. Ich glaube, wir Menschen lieben Alternativen. Wer möchte schon gerne immer unglücklich sein. Zu sehen, dass man auch anders “handeln”, “fühlen” oder “denken” kann, ist sehr tröstlich. Es gibt uns Handlungsfreiheit, Macht über unser Leben und die Freude daran zurück. Entscheide Dich heute dafür, in blöden Momenten nach möglichen Alternativen zu forschen – spielerisch, frei und ohne Plan.

 

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1 Comment

  • Reply Sofaheldin Oktober 10, 2014 at 4:58 pm

    Sehr schöner Beitrag. Ich erlebe auch oft, dass Pläne nicht immer funktionieren. Wir bleiben flexibel!

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