Browsing Category

Emotionen

Ich nehme alles zurück – über die Liebe

Copyright by Jennifer/flickr.com

Copyright by Jennifer/flickr.com

Wie oft hörte ich von meinen Freundinnen die Geschichte, wie sie ihren heutigen Ehemann kennengelernt haben. Ich erfuhr etwas von diesem magischen Moment, der Moment, in dem man weiß – der ist es. Ich erfuhr, dass es einfach passierte – oft ohne ihr Zutun. Ich liebe diese Geschichten, denn sie sind wahr – ich kann es sehen. Ich liebte sie, doch ich dachte nicht, dass mir so etwas wunderbares je passieren könnte.

Ich weiß – es gibt Begegnungen, die unser Leben verändern. Menschen, die uns bereichern, berühren, bewegen. Mit denen wir zusammenarbeiten und etwas aufbauen, mit denen wir träumen, mit denen wir weinen, lachen, leben. Und wir hören Liebesgeschichten von Menschen, die sich sahen und wo sofort klar war: Wir gehören zusammen. Es sind solche Geschichten, aus denen die schönsten Songs, Bücher, Kunstwerke entstehen. Denn diese Menschen sind übervoll mit Gefühlen und müssen sie rauslassen, wollen sie in Gestalt bringen, um dieses magische real, greifbar und nachfühlbar zu machen. Wie oft verlieben wir uns im Leben. Und wie oft haben wir mit Werken zu tun, die aus einer Liebe entstanden sind. Eigentlich besteht alles im Leben aus Liebe.

Weiterlesen

Schelmisch lachst Du mich an: Hier, hier bin ich!

Co5258752404_6e2786d705_bWer bist Du? Du fühlst Dich so gut an. Aber wo bist Du all die Zeit gewesen, ich habe Dich überall gesucht!  Ich habe um Dich getrauert, so sehr habe ich um Dich getrauert. Gelitten, vermisst, gesehnt.
Und nun steckst Du Dein Köpfchen um die Ecke, lachst mich schelmisch an und rufst: “Hier, hier bin ich!”
Ich blinzele mit den Augen, bist Du es wirklich? Ich kann es nicht glauben. Die folgenden Tage beobachte ich Dich, wie Du zart tänzelnd wie ein Schatten mir folgst.

Gehst Du jetzt wieder weg? Warum bist Du gekommen, warum gerade jetzt? Ich hatte Dich schon fast vergessen, fast vergessen war dieses Gefühl von Dir. Ich habe mich abgefunden damit, dass Du nicht mehr da bist und Angst an Deine Stelle getreten ist. Gleichwohl – ich dachte, wenn ich Dich künstlich erschaffe, dass ich Dich wieder einmal spüren kann – irgendwann. Aber das warst Du nicht, es war eine andere Form von Angst, die sich wie Du eingekleidet hat. Die Deine Hülle hatte, aber nicht Dein Innerstes.

Ich bin glücklich, dass Du noch lebst. Doch wie traurig werde ich sein, wenn Du wieder gehst. Darf ich Dich genießen – oder lieber nicht, was meinst Du? Ich sehe, Du hast mir etwas mitgebracht. Ein Lächeln, ein gutes Gefühl – danke dafür. Ich liebe Geschenke, doch diese umso mehr. Seit Du da bist, geht alles leichter.

Ach was solls, komm her, komm in meine Arme, an meine Brust, komm in mein Herz.
Hey Du , hallo, herzlich willkommen -

Leichtigkeit.

Ich habe mindestens 100 Ängste und Du so?

Hände - Copyright by Alessandro Vannucci/flickr.com

Hände – Copyright by Alessandro Vannucci/flickr.com

Ich werde dieser Tage mit einigen “alten” Themen konfrontiert, die mich sehr nachdenklich, aber auch zerbrechlich und auch stark machen. Ein Disput mit einer Teamkollegin ermöglichte mir, mich der Beziehung zu meiner Mutter neu zu stellen. Ja, ich spreche von ermöglichen, denn so erkannte ich, dass da noch viele alte Verletzungen und Blockaden sind. Und dass auch ich mich nicht immer korrekt verhalte, dass ich es immer noch nicht schaffe, zu deeskalieren. Ich hatte auch ganz viel Angst, dieser Person heute wieder zu begegnen, ich hatte Angst vor den Emotionen, die sie in mir hervorruft, vor der Unbeherrschtheit, vor dem Kontrollverlust. Am Ende kann ich sagen: Es war gar nicht schlimm. Ich versuchte, ein Gefühl von Frieden und Vergebung in mir entstehen zu lassen – und Groll und Wut einfach mal sein zu lassen. Denn auch wenn diese “negativen” Emotionen zu unserem Leben dazugehören, rauben sie mir mehr Energie als es die Sache eigentlich wert ist.

“Ich kann mich nicht wehren, ich bin hilflos” ist ein Glaubenssatz, der sich durch diese Situation mal wieder in seiner Deutlichkeit zeigte. Diesen als Kind für hilfreich entwickelten Glaubenssatz kann ich heute als erwachsene Frau ablegen. Er gilt nicht mehr. Denn es gibt immer einen anderen Weg, den wir beschreiten können. Wir können uns entscheiden: Will ich den Weg aus Wut und Groll weitergehen oder biege ich ab in Gelassenheit oder nehme ich den der Vergebung oder oder. Es gibt so viele Wege. An diesem Tag des Disputs habe ich nicht nach meinen Werten gehandelt, denn ich begegnete ihr nicht so wie ich möchte, das mir begegnet wird. Ich habe ihr keinen Respekt entgegengebracht und damit auch mir nicht. Und ich habe keine klare Grenze gezogen, als diese von ihr überschritten wurde. Ich stand nicht für das ein, was mir wichtig ist, sondern habe mich von dem Sog der Emotionen mitreißen lassen. Ich hätte Nein sagen sollen, als es nötig war und Stopp, wo es anfing, weh zu tun. Aber heute ist ein neuer Tag, ich kann es heute besser machen. Ich kann es als Anstoß zur Weiterentwicklung sehen.

Dieser Tage werden wir häufig mit alter Trauer und alten Wunden konfrontiert. Es ist als hätten diese nur eine dünne Hautschicht bekommen, unter der sie sich all die Jahre gut versteckten und jetzt erneut aufbrechen.
Viele Menschen hadern gerade mit sich, straucheln, stürzen, fallen tief. Mir fällt die Negativität auf, die sie umgibt. Ich schließe mich da nicht aus. Auch ich habe solche Tage momentan. Sie sind eine große Herausforderung. Schließlich möchte ich nicht wegdrücken, was sich da zeigt (ich halte nichts von Schönfärberei), gleichzeitig möchte ich mich nicht hineinfallen lassen und dem ganzen noch Futter geben. Ich versuche, ihnen Stütze zu sein soweit es geht. Ich höre zu, ich tröste und motiviere. Doch manchmal, manchmal möchte ich mich auch schützen vor dieser Energie, die ich eigentlich nicht mehr in meinem Leben forcieren möchte. Eines meiner Ziele für 2014 ist es, meine Lebenseinstellung mehr in Richtung Optimismus und Zuversicht zu programmieren. Denn ich habe festgestellt: Es muss sich rein gar nichts verändert haben, weder in Beziehungen, noch mit der Arbeit noch gesundheitlich – und trotzdem denke ich morgen plötzlich negativer als heute. Ich fühle mich manchmal scheiße obwohl gar nichts passiert ist! Und dann auch wieder gut, ohne das etwas passiert ist. Und auch wenn etwas passiert, kann ich mich morgen wieder aufrappeln und weitermachen.

Es ist wichtig, dass wir unsere negative Scheiße fühlen, wenn sie da ist. Dass sie da sein DARF. Dann muss geweint werden, dann dürfen Tränen im Überfluss fließen, dann dürfen wir mit allem hadern und an allem zweifeln. Aber dann…sollten wir unser schönes Haar schütteln, den Kopf stolz in die Höhe strecken, ein bezauberndes Lächeln aufsetzen und uns fragen: Ist wirklich alles so scheiße oder gibt es auch etwas Gutes in meinem Leben, auf dem ich aufbauen kann? Welche schönen Momente kann ich mir selbst schaffen, um dem dunklen Gefühl in mir etwas entgegenzusetzen? Wo liegen die Chancen, wie kann ich mein Leben positiv verändern? Was tut mir gut und vor allem, WER tut mir gut?
Deshalb gehe ich auf Verabredungen, Teamtreffen oder Veranstaltungen – auch wenn mir nicht immer danach ist. Denn meine Erfahrung ist, dass ich mich letztlich dort immer richtig gut fühle, dass ich gestärkt nach Hause gehe, dass ich mein Inneres durch sie wieder auf das Schöne im Leben ausrichte. Das ist mein Lernprozess, diese Hindernisse aus Depression und Müdigkeit zu überwinden, um mit berührenden Momenten 100fach belohnt zu werden.

Ich wurde heute von einem mir völlig fremden Mann auf einem Teamabend angesprochen, wovor ich Angst hätte. Ich – verwundert – antwortete ihm unbekümmert: Ich habe mindestens 100 Ängste und Du so? Dabei lachte ich, als sei es das Selbstverständlichste auf der Welt, mir meiner Ängste bewusst zu sein.
Ich zählte einige auf: Angst, krank zu werden. Angst, schwach zu sein. Angst, abgelehnt zu werden. Angst, nicht erfolgreich zu sein. Angst das und das und das nicht zu schaffen. Angst zu versagen. Angst zu lieben. Angst zu hassen.
Er schaute mich an und sagte, mir stünde die Angst mit Großbuchstaben auf der Stirn. Ob das nun so ist, kann ich nicht beurteilen. Was ich sagen kann ist, dass ich mir meiner Ängste heute zumindest bewusst bin – im Gegensatz zu früher, wo ich dachte (und kommunizierte), ich hätte vor nichts Angst und hatte dabei eigentlich hunderte von Ängste, die ich nur tief vergraben hatte unter dem Deckmantel aus Stärke und Selbstbewusstsein. Und hey, das ist doch schon mal etwas! Scheiße ja, ich habe Ängste! Und die machen mir verdammt nochmal ne scheiß Angst! Aber wenn ich sagen kann, was mir Angst macht, kann ich bald auch sagen, was mich lieben lässt. Was mich mutig macht. Was mich wachsen lässt und wo zwischen all den Ängsten das Glück liegt. Das Gegenteil von Angst ist Liebe – habe ich heute im Buch von Robert Betz “Willst Du normal sein oder glücklich” gelesen. Liebevoll mit mir zu sein, wenn ich Angst habe, aber auch mit anderen, auch wenn ich Angst vor ihnen habe – das ist der Schlüssel zum inneren Frieden. Und wenn wir das noch nicht immer schaffen: Macht doch nichts. Morgen ist ein neuer Tag.

 

Warum wir immer die Wahl haben und nach unseren Werten leben können

Copyright by Rubert Ganzer/flickr.com

Copyright by Rubert Ganzer/flickr.com

Manchmal ist es ganz schön schwer, sich nicht unterkriegen zu lassen. Immer dann wenn irgendwas einem einen Knüppel zwischen die Beine haut. Da kann man ganz schön unsanft auf dem Boden der Tatsachen landen und sich blaue Flecke holen. Es kann uns auch so vom Weg abbringen, dass wir völlig orientierungslos sind.
Da könnte ich dann einfach nur schreien und mich in Selbstmitleid ertränken. Ich denke, das ist auch wichtig, das dann auch mal zuzulassen. Aber immer mit dem Wissen im Hinterkopf, dass das auf Dauer keine Lösung ist.

Wie Russ Harris in seinem Buch “Wer vor der Angst davonläuft wird von ihr eingeholt” sagte, gibt es nur drei Möglichkeiten, auf eine schwierige Situation zu reagieren:

1. Weglaufen (d.h. ablenken und es verdrängen)

2. Es akzeptieren und versuchen zu ändern

3. Es akzeptieren und wenn man es nicht ändern kann, trotzdem nach seinen Werten leben.

Weiterlesen

Wegen Liebe Gleichgewicht verlieren ist oft Teil von Leben in Gleichgewicht

Copyright by Candida.Performa/flickr.com

Copyright by Candida.Performa/flickr.com

Ich glaube, dass Wunden, die uns durch die Liebe vermeintlich zugefügt wurden, nur geheilt werden können durch die Liebe. Damit meine ich nicht das Überdecken des Schmerzes mit einem neuen Partner und neuen Gefühlen. Sie würden unser Leid nur noch mehr vergrößern. Es wäre als wenn wir eine Pflanze mit zuviel Wasser begießen – sie wird ertrinken, wenn sie zuvor bereits tief im Wasser stand. Es entspricht nicht dem natürlichen Kreislauf, alte Gefühle durch neue zu unterdrücken. Die vorhandenen Wunden reißen noch tiefer und es wird von mal zu mal immer schwerer, sie zu heilen.

Ich war auf diesem Irrweg der Liebe. All die Jahre. Ich war Meister darin, vor mir selbst wegzulaufen und mich in den Armen eines Mannes abzulenken, nur um mich meinen Abgründen nicht stellen zu müssen. Und so tun es viele Menschen, Tag für Tag, ein Leben lang, über Generationen hinweg. Manche ersetzen die Liebe hier und da mit Luxusgütern, unnötigen Dingen, die die Leere in unseren Herzen füllen sollen. Oder mit Verhaltensweisen, zumeist egoistischen und rücksichtslosen. Aber auch mit Arbeit. Oder Sorgen, die wir uns täglich immer wieder aufs Neue selbst kreieren, nur damit diese verdammte Leere gefüllt wird.

Weiterlesen