Die Zeit für meinen Wohlfühlkörper ist jetzt!

Copyright by Ton Haex/flickr.com

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Der ein oder andere unter euch hat es vielleicht schon mitbekommen: Eure Moppel-Tanja macht eine Diät. Jaaa, grinse ich, aber nicht irgendeine Diät! Ich mache eine spezielle Kur, die das Fett nur so wegschmilzen lässt! Natürlich muss auch ich mich eine Zeit lang an eine bestimmte Ernährung halten, aber zum ersten Mal habe ich keinen Hunger und keine seltsamen Gelüste, die mir nach einigen Tagen einen Strich durch meine Diätpläne machen. Und der Erfolg bleibt nicht aus: Schon nach nicht einmal zwei Wochen habe ich genau an den Stellen Fett verloren, an denen es sich in den letzten Jahren so vehement festgesetzt hat. Ich dachte schon, es wäre an mir festbetoniert, aber nein, mein Stoffwechsel war schon so kaputt, dass es ihn nicht wenigstens ein bisschen bewog, auch nur einen Millimeter an Bauchumfang zu verlieren.

Ich habe schon so einige Diäten versucht. Von der Kohlsuppendiät bis zu Weight Watchers über Metabolic Balance. Ich habe über Jahre keine Kohlenhydrate gegessen oder Punkte gezählt. Und dabei Unsummen an Geld ausgegeben für monatelange Quälerei! Manche von euch, die das gleiche Martyrium durch haben, wissen: Je mehr Diäten mit Jojo, desto geringer wird der Grundumsatz und desto schwerer wird es, überhaupt nochmal abzunehmen. Die Folge:Ich wurde dicker und dicker. Das “i-Tüpfelchen” waren dann Medikamente wie Cortison und meine Schilddrüsenunterfunktion, die meinen Bauch in den letzten Monaten anwachsen ließen, als sei ich im achten Monat schwanger (dies ist kein Scherz, liebe Schwangere unter euch, ich weiß jetzt wie ihr euch fühlt!!!). Jeder Versuch, wieder eine Diät zu machen scheiterte kläglich. Also versuchte ich, mich damit abzufinden. Und aß immer mehr. Mein Hauptnahrungsmittel bestand aus Schokolade und Nudeln und der Gedanke, darauf eine Weile verzichten zu müssen, ließ mich wirklich zweifeln, ob ich das könnte.

Und dann sah ich an Bekannten, wie sie immer schmaler wurden und dabei sogar gute Laune hatten. Manche hatten zuvor erhebliche Gesundheitsprobleme, die sich mit der Kur auflösten. Was soll das denn, dachte ich, das geht doch gar nicht. Ihnen schmolz das Fett am Bauch einfach nur so weg. Selbst Männer verloren innerhalb weniger Wochen ihren Bierbauch und Sportis, die nach meiner Auffassung kein Gramm Fett an sich hatten, formte die Kur von einem strammen Bauch in einen wunderschönen Six-Pack. Mein Gedanke: Ich will das auch!!! Und nun bin ich dabei und ich will nie wieder dahin zurück, wo ich vor zwei Wochen noch war.

Der tolle Erfolg führt natürlich ein bisschen zu Größenwahn. Ich malte mir in den letzten Tagen aus, wie ich schlank wie eine Grazie durch die Straßen Frankfurts schwebe. Wie ich mich rattenscharf in meinem Bikini (ich besitzte in meinem Leben noch keinen einzigen Bikini, denn so schlank war ich nie) in der Sauna rekele. Und endlich wieder in meine tollen Röcke passe.

Doch worum es heute in diesem Post gehen soll, ist die Frage nach unserem Wohlfühlkörper. Als ich heute das Mittagessen zubereitete dachte ich darüber nach wie ich eigentlich wirklich sein will. Will ich wirklich soo schlank sein, wie ich es mir die letzten Tage ausgemalt hatte? Ich kam ins Grübeln. Natürlich wäre vieles leichter. Keiner würde einen mehr schief ansehen. Ich würde aussehen wie all die vielen gertenschlanken Businessfrauen wie sie hier in Frankfurt reihenweise herumlaufen. Ich könnte genau wie sie sein. Stocksteif in meinem Kostümchen. Ich bräuchte mir keine Gedanken mehr darüber zu machen, ob mich der Mann beim Sex attraktiv findet oder ob ihn mein Bauch und meine strammen Schenkel stören. Ich könnte zum ersten Mal in meinem Leben richtig dünn sein. 
Und dann dachte ich: Nein, so will ich gar nicht sein. Was ich will, ist, mich in meinem Körper wieder wohl zu fühlen. Ich will mich schön und sexy fühlen. Aber ich will dennoch meine Weiblichkeit nicht aufgeben. Ich möchte Kurven behalten, die eine Frau sinnlich machen. Ich möchte herausfinden, wo genau mein Wohlfühlgewicht liegt und mich dabei fit und gesund fühlen. Und mich dabei von den Erwartungen anderer und der Gesellschaft frei machen.

Ich lasse also diese ganzen Träumereien von der spindeldürren Frau, die ich in meinen Gedanken gerne wäre. Diese Gedanken sind die Erwartungen anderer, aber sie sind nicht das, was ich wirklich will. Ich habe mich in den letzten Monaten überhaupt nicht mehr wohl in meinem Körper gefühlt. Ich habe gar schon resigniert und gegessen ohne Handbremse. Ich weiß, dass ich meinem Körper damit nichts Gutes getan habe. Ich habe nicht gut für ihn gesorgt. Ich sorge mich gern um mein Seelenheil, sorge mich um meine Mitmenschen, sorge mich um die Welt und die Dinge, die darin passieren. Aber ich sorgte nicht für den Körper, in dem ich dieses Leben verbringe. Einige würden jetzt sagen: Die innere Einstellung und Haltung zählt – wenn man sich liebt, wie man ist, ist man glücklich. Aber ich kann mich SO nicht lieben, ich würde es mir nur einreden. In Wahrheit habe ich resigniert, weil ich keine Lösung wußte um es zu ändern. Und zog mich immer mehr zurück.

Ich wäre dumm gewesen, diese Möglichkeit jetzt nicht zu nutzen.

ICH möchte meinen Körper nicht aufgeben. Und damit einen großen Teil meines Lebens. Denn wenn man sich in seinem Körper nicht mehr wohl fühlt, versteckt man sich – vor Menschen, vor dem Leben und vor Chancen.

In diesem Sinne, sorgt nicht nur gut für euern Geist, sorgt auch gut für euern Körper und damit für eine ganzheitliche Gesundheit.

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