Ein längst fälliger Dialog

Copyright by Randen Pederson/flickr.com

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Verdammt, das Leben weiß echt nicht was es will! Schon als dieser Gedanke meine Bewusstseinsebene erreicht, schickt dieses mir einen anderen hinterher: Falsch, DU weißt nicht was Du willst. Also hör auf, dass dem Leben in die Schuhe zu schieben. Das kann am Wenigsten dafür.

Ich gebe zu, ich bin verunsichert. Die letzten Wochen waren so ereignisreich, dass ich mit dem Realisieren kaum nachgekommen bin. Erfolg auf Erfolg, Schlag auf Schlag, so schnell konnte ich gar nicht gucken, wie ich da bin wo ich jetzt bin. Und eigentlich könnte ich doch ziemlich glücklich sein. Hey, das bin ich auch! Und wie! Nur glauben kann ich das alles noch nicht. Es ist noch nicht angekommen auf meiner Bewusstseinsebene. Und in meinem Kopf erst recht nicht. Der findet das nämlich alles gar nicht gut. Und hört nicht auf, mir mit seiner Negativ-Einstellung dazwischenzufunken. Unser Dialog ist in etwa so:

Kopf: Was tust Du da, wie geht das überhaupt, wie hast Du das verdammt nochmal gemacht und WIE soll es jetzt weitergehen?
Ich: Lieber Kopf – Jetzt halt doch endlich mal den Rand!  Ich kann Dir das alles nicht sagen, was Du wissen willst. Ich kann Dir weder sagen, wie das so schnell ging und wie ich es geschafft habe. Fleiß und Disziplin mit einer großen Portion Leichtigkeit und Glaube an mich.
Kopf: Ja, aber…
Ich: Kein Aber, so wars.
Kopf: Ja und jetzt? Wie solls jetzt weitergehen?
Ich: Keine Ahnung, weiter wie vorher? ;-) Ich grinse innerlich


Kopf wird langsam sauer weil er sich verarscht fühlt: So geht es nicht hörst Du! Du musst mich da mit einbeziehen und ich sage Dir, LASS das alles! Du bringst Dich in Teufelsküche! Selbstständigkeit…DU??? Lachhaft!
Ich: Stimmt, ich lache und ich lache zuletzt!
Kopf: Du bildest Dir ernsthaft ein, dass Menschen mit DIR zusammenarbeiten wollen? 
Ich: Warum denn nicht, ich bin doch ein toller Mensch, ich hab Power und ein großes Herz und richtig Bock, was zu bewegen. 
Kopf: Und was ist mit dem Gründungszuschuss, was willst Du da machen hä? Und wie willst Du das nennen, was willst Du eigentlich genau machen? Und was wenns in die Hose geht?? 
Ich: Ich habe keine Ahnung ehrlich gesagt. Das verunsichert mich schon. 
Kopf: Ha! Siehste! Hör auf mich! 
Ich: Nein.
Kopf: Wieso nein?
Ich: Nein, weil ich nicht mehr auf Dich höre.
Kopf: Ich frage mich wirklich, was ich falsch gemacht habe. Das ist nicht das was ich Dir jahrelang beigebracht habe.
Ich: Du hast mir nichts beigebracht, Du hast mich manipuliert! Mir weisgemacht, dass ich in einem sicheren Job in einem Büro an einem Schreibtisch glücklich sein könnte! Du hast mich belogen, Kopf, und wie Du mich belogen hast. Ich glaube Dir nicht mehr!
Kopf: Ich will nur Dein Bestes, das wollte ich immer. Ich wollte, dass Du ein schönes ruhiges Leben hast. Dass Du weißt, was am nächsten Tag passiert. Dass Dich Veränderungen nicht aus der Bahn werfen. 
Ich: Vielleicht will ich aber aus der Bahn geworfen werden. Vielleicht will ich rumspinnen. Vielleicht will ich den Tag damit verbringen, daran zu arbeiten, irgendwann in einem Stuhl auf meiner Veranda zu sitzen und aufs Meer zu schauen und zu schreiben. Vielleicht will ich jeden Tag neues kennenlernen und nicht wissen, was daraus wird.
Kopf: Das ist doch alles Humbug. Du träumst schon wieder. 
Ich: Ich werde damit auch nicht wieder aufhören.
Kopf: hmpf
Ich: Warum verstehst Du nicht, dass es diesen sicheren, diesen einen Weg zum Glück nicht gibt? Alles was es mit mir macht, ist, mich vom Leben abzuhalten.
Kopf: Warum zweifelst Du dann wenn Du das alles so weißt. 
Ich: Ich zweifle nicht, ich bin verunsichert. Das einzige was mich gerade leitet, ist der Glaube an mich. Und dass ich es kann. Dass ich Bock auf die Menschen da draußen habe und mit ihnen was tolles erreichen will. 
Kopf: Du weißt ja noch nicht mal wie.
Ich: Stimmt, so genau weiß ichs nicht. Das einzige was ich weiß, ist, dass ich jetzt gerade in diesem Moment in der Sonne sitze, mir leichter Wind um die Nase weht und mit Dir diese längst fällige Diskussion führe. 
Kopf: Ich sag ja schon gar nichts mehr. Aber glaub nicht, dass ich das gut finde. 
Ich: Weißt Du Kopf, vielleicht solltest Du Deine Sichtweise ändern und mir sagen, was Du gut findest. Und nicht, was Du alles nicht gut findest. Das heißt nicht, dass Du jetzt nur positiv reden sollst. Aber die Möglichkeit zulassen, dass es möglich wäre, dass es doch der richtige Weg ist. Und mir zu vertrauen, dass ich das schon mache. 
Kopf: Darüber muss ich nachdenken.
Ich: Tu das.

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