Gegen den Sturm…

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Das Schiff schwankt gefährlich als es von einer Welle erfasst wird. Auf dem großen weiten Meer wirkt das nach außen stabil wirkende Boot plötzlich wie eine Nussschale, für die ein Windhauch ausreicht, um sie untergehen zu lassen. Wenn die See still ist und die Sonne scheint, wippt die kleine Nussschale fröhlich auf dem Wasser auf und ab. Sie spielt mit den Sonnenglitzern, die um es herum tanzen. Dann ist auch die Mannschaft an Bord entspannt und verträumt sich selig am Horizont.
Noch eine Welle. Das edle Holz krächzt unter der Last der Wassermassen. Die Fassade reißt: Erstes Wasser dringt durch Holzpaneele hindurch. Es weicht ins Schiffinnere, auf der Suche nach Wärme, die es löschen kann. Hektisch umherirrend und verzweifelt brüllend bildet die Mannschaft ein Knäuel aus Panik. Bling greifen sie nach Tauen, greifen sie nach Sicherheit. In einer Ecke des Schiffs sitzt ein kleines Kind. Es weint still, ihre Tränen konkurrieren mit den Wassertropfen, die auf es einprasseln. Die Hände vor die Augen geschlagen, der kleine Körper vibriert im Lärm aus Angst. Zerbrechlich wirkt das kleine Kind wie es dort kauert. Jetzt hat es Angst vor dem Wasser, dabei hat es zuvor keine Angst gehabt. Es war sehr mutig gewesen, ja, es war sogar mit Delfinen geschwommen.
Die großen Menschen bemerken das Kind nicht. In ihrer Panik sind sie blind. Auch sie haben Angst, ersticken sie jedoch im Keim mit aufgeregtem Tun. Vielleicht bringt die nächste Welle die Mauer zum Einreißen. Das Meer wütet als würde die Welt untergehen. War es das jetzt gewesen? Können sie diesem Sturm noch einmal trotzen? Die Männer schlittern auf dem nassen Deck, ihre Hände greifen blind nach Halt. Dieses Boot ist alles was sie haben. Geht es unter, gehen auch sie unter. Sie wissen das und stemmen sich mit aller Kraft gegen die nächste Welle.
Nach Stunden des Kampfes gegen die Wassermassen blicken die Augen der Männer müde aus ihren Höhlen.

Möge doch die Sonne durch die Wolken brechen und das Meer beruhigen…

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