Hallo hallo, willst Du nicht auch das Leben genießen?

Copyright by Andrea Adante/flickr.com

Copyright by Andrea Adante/flickr.com

Hallo hallo, spürst Du nicht auch die Sehnsucht nach Glück? Willst Du Dich nicht auch gesund, vital, leicht fühln – willst Du nicht morgens verliebt aufwachen und das Leben genießen?

Dieses Leben, unser Leben, Dein Leben – ist das skurrilste, verrückteste und gleichzeitig langweiligste was es gibt. Wir rühren immer wieder im selben Quark, hören uns die selben Sätze sagen und fühlen die gleichen Ängste und Schmerzen. Ich frage mich, ob es den Menschen da draußen genauso geht wie mir. Ob sie auch täglich auf diesem glitschigen Gemisch aus Liebe, Hass, Druck und Freude, scheiß und schönen Momenten  rumschlittern und sich dabei blaue Flecke holen.

Ich meine, ich bin jetzt 30 Jahre jung. Ein Alter, in dem “andere” in ihrem ruhigen Familienleben angekommen sind, ihrem Job – wenn auch oft unliebsam – nachgehen und an den nächsten Urlaub denken. Manchmal denke ich, ich sitze im falschen Film, doch da im Vorspann – bin ich deutlich zu sehen. Es hilft nichts. Das was war lässt sich nicht neu inszenieren. Auch das Jetzt ist jetzt gerade jetzt vorbei. Jeder Moment ist im nächsten Geschichte. Ein neuer Schnappschuss für unser Lebensmuseum. Ich finde meines bisher ziemlich langweilig. Aber das ist auch wieder nur irgendeine Bewertung, die auf keinerlei Substanz beruht.

Oft wenn ich weder geradeaus noch zurückschauen kann, bleibe ich stehen und sehe mich um. ich sehe mich in meinem Leben um. Was ist da zu sehen, wer ist “da”, riecht die Luft vielleicht gut? (So wie gerade jetzt, unfassbar frisch und rein, einfach herrlich), ist da vielleicht noch ein anderes Gefühl außer Traurigkeit, z.B. das Gefühl der Freundschaft? Oder des Vertrauens? Wenn ich dann da so still stehe wird mir bewusst, dass nicht alles scheiße ist. Und das zuvor graue Bild färbt sich zunehmend mit Farben, bekommt Schattierungen,  Menschen, Umrisse, Szenen.

Ich denke an Menschen, die ich mag. An die, die mir heute ein Lächeln ins Gesicht zauberten. An die, die mich im Mark zu bewegen vermögen. An die, die Mut machen auf eine Weise, die so sanft ist, dass sie einem Windhauch im Frühling gleichkommt.
Und ich denke an Menschen, die mir weh taten. Und die Wut und Trauer hinterlassen haben, die zu äußern ich bisher nicht vermochte.
Ich denke an Menschen, die ebenso kämpfen wie ich. Und die sich nicht unterkriegen lassen. Bei denen ihr ganzes Leben ins Wanken geraten kann – ihr Herz ist am rechten Fleck geblieben. Vorbilder.

Ich denke an Chancen. An Chancen, die ich gesehen und sofort ergriffen habe. Und an Chancen, die ich nicht hereinlassen will, bei denen ich die Tür kaum einen Spalt öffne. Sich einlassen auf Veränderungen erzeugt große Angst. Zumindest bei mir. Liebe. Erzeugt Angst. Zumindest bei mir. Glück. Erzeugt Angst. Zumindest bei mir.

Es gibt keinen einen richtigen Weg. Es gibt auch kein richtig. Nur den Weg.  Alles geschieht so, wie es uns vorbestimmt ist. Davon bin ich überzeugt. Wir sind nicht “schuld” an Krankheit oder Unglück. Um Schuld geht es nicht. Sondern um Freiheit. Es geht um die Freiheit, für sich zu entscheiden, selbst im größten Unglück den kleinsten Glücksmoment zu einem starken, unerschütterlichen Elefanten zu machen. Deshalb bin ich heute einfach nur dankbar, für die lieben Menschen, die an mich dachten, mir beistanden, mich ermutigten, mich unterstützten – und die Augen öffneten. Da verliert aller Schmerz, alle Sorge an Substanz…

Previous Post Next Post

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply