Ich nehme alles zurück – über die Liebe

Copyright by Jennifer/flickr.com

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Wie oft hörte ich von meinen Freundinnen die Geschichte, wie sie ihren heutigen Ehemann kennengelernt haben. Ich erfuhr etwas von diesem magischen Moment, der Moment, in dem man weiß – der ist es. Ich erfuhr, dass es einfach passierte – oft ohne ihr Zutun. Ich liebe diese Geschichten, denn sie sind wahr – ich kann es sehen. Ich liebte sie, doch ich dachte nicht, dass mir so etwas wunderbares je passieren könnte.

Ich weiß – es gibt Begegnungen, die unser Leben verändern. Menschen, die uns bereichern, berühren, bewegen. Mit denen wir zusammenarbeiten und etwas aufbauen, mit denen wir träumen, mit denen wir weinen, lachen, leben. Und wir hören Liebesgeschichten von Menschen, die sich sahen und wo sofort klar war: Wir gehören zusammen. Es sind solche Geschichten, aus denen die schönsten Songs, Bücher, Kunstwerke entstehen. Denn diese Menschen sind übervoll mit Gefühlen und müssen sie rauslassen, wollen sie in Gestalt bringen, um dieses magische real, greifbar und nachfühlbar zu machen. Wie oft verlieben wir uns im Leben. Und wie oft haben wir mit Werken zu tun, die aus einer Liebe entstanden sind. Eigentlich besteht alles im Leben aus Liebe.

Wenn meine Freundinnen, die den Mann ihres Lebens gefunden haben, mir was von dem Finden der großen Liebe erzählten, so glaubte ich nicht, dass mir dies je widerfahren könnte. Und wenn sie sagten, warte nur ab, irgendwann trifft es Dich und dann kannst Du Dich nicht wehren – schüttelte ich ungläubig den Kopf. Ja aber – höre ich mich noch sagen – mir passiert sowas nicht. Ich habe zu viele Enttäuschungen erlebt. Zuviele Versuche, zuviele “er ist nett, wir verstehen uns gut”-Versuche. Ja ich war auch schon verliebt, aber stets war es kompliziert. Niemals – niemals hatte ich den Gedanken: Das passt. Man würde es sofort merken? Ja klar. Man wirft all seine Bedenken, Vorsätze, Ängste über Bord? Ja klar. Ihr habt gut reden…

Heute sitze ich in meinem Pyjama, mit Kaffee und Gregor Meyle-Musik auf meiner Couch – nach einer Nacht randvoll mit Gefühlen und sage: Ich nehme alles zurück.

Es ist möglich. Es ist geschehen. Um mich ist es geschehen. Alle Vorsätze, Argumente, contra-Punkte haben keine Chance – sie haben einfach keinen Platz in alldem was da ist und was ich nicht beschreiben kann.
Sie fallen einfach nicht ins Gewicht. Wie ein Bild, in dem nur bunte Farben sind und alle Ränder, alles was nicht hineingehört, unsichtbar wird. Da ist nur dieses Gefühl, dass alles möglich ist mit diesem Menschen. Everything is possible. Einfach so. Unkompliziert. Entspannt. Mit einem Lachen im Gesicht.
Ich rufe meine Freundin an und höre mich sagen: Ich würde ihn sofort heiraten. Jetzt gleich. Sie lacht. Sie wusste es ja, dass es möglich ist. Schließlich hat sie mir es immer wieder gesagt. Meine Freundinnen kennen mich so nicht – sind erstaunt, aber selig  – schließlich hatten sie Recht behalten.

Und was war mit den Ängsten, mit dem Nichtverletztwerdenwollen? Dazu ein Zitat:
Zu lieben ist ein Risiko. Was wenn es nicht funktioniert? Ah – aber was wenn doch?
(Peter McWilliams)

Vielleicht werde ich ihn nie wiedersehen. Vielleicht werde ich nie etwas von ihm hören. Vielleicht werde ich ihn aber auch heiraten und mit ihm glücklich sein bis ans Ende meiner Tage. Ich weiß jetzt:
Alles ist möglich – im Leben und vor allem in der Liebe.

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