Ich weiß, dass ich nichts weiß

Copyright by Randen Pederson/flickr.com

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Ich weiß, dass ich nichts weiß. Dieser sehr bekannte Satz des griechischen Philosophen Sokrates geht mir gerade durch den Kopf. Was wissen wir eigentlich, wozu etwas gut ist, warum die Dinge so passieren, wie sie passieren? Kann es sein, dass wir nichts wissen und es ganz anders ist, als wir annehmen?
Wir Menschen neigen dazu, Situationen, Emotionen, Menschen – alles was uns irgendwie begegnet – in Schubladen zu packen. Um sie verstehen zu können. Um Kontrolle über sie zu haben. Aber es könnte auch ganz anders sein oder?

Die letzten Tage/Wochen waren alles andere als leicht für mich. Mein Crohn hat mich fest in der Greifzange und genau so wie ich will, wie es laufen soll, läuft es nicht. Ich spüre, dass mir die Medikamente mir nicht gut tun, gleichzeitig führte deren runtersetzen nun zu massiven Beschwerden. Es ging mir lange nicht so schlecht wie gerade. Ich habe einige Tiefs durchlaufen, habe Tränen geweint, war verzweifelt, ratlos, hilflos. Habe versucht, alles einzuordnen und den besten Weg zu finden. Aber kann es sein, dass ein ganz anderer Weg der Richtige ist? Woher will ich wissen, wozu all das gut ist? Vielleicht hat es eine andere Bestimmung, warum ich das nun durchleben muss.

Ich darf mitfühlender mit mir sein.

Ich darf mich selbst trösten.

Ich darf mir meiner tiefen, wertvollen Freundschaften und Menschen in meinem Umfeld mehr bewusst werden und dankbar sein.

Ich darf meine Einstellung zu und mein Umgang mit mir selbst hinterfragen.

Ich darf lernen, meinem Arzt gegenüber offen über meine Ängste und Sorgen zu sprechen.

Ich darf um Hilfe bitten und anderen dadurch die Chance, ebenfalls zu wachsen, zukommen lassen.

Ich darf mit Meditation und Yoga mir selbst etwas Gutes tun, in die innere Ruhe kommen.

Ich darf meinen Darm lieben lernen, egal wie sehr er mich herausfordert.

Ich darf gegenüber Teampartnern und Kunden offen über meine derzeitige Situation sprechen und dadurch zu mir stehen.

Ich darf lernen, dass ich nicht die Kontrolle über alles habe und es vielleicht auch gut ist, sie nicht haben zu müssen.

Ich darf mir klarmachen, dass Gesundheit das Wichtigste ist und ich dafür viel tun kann.

Das alles darf ich – lernen -. Sicher habe ich auch Gedanken wie “warum ich”, “warum jetzt” oder “wie soll ich das nur schaffen”. Ich würde lügen, würde ich diese Gedanken leugnen. Und es hilft auch nichts, zu beschönigen. Aber es hilft, sich zu fragen, ob das die alleinige Wahrheit ist oder ob es da etwas gibt, was ich vielleicht nicht weiß. Vielleicht auch nicht wissen kann in meinem beschränkten Mensch-Sein. Byron Katie sagt immer, ob das was ich denke wirklich die Wahrheit und nichts als die Wahrheit ist. Kann ich wissen, was die Wahrheit ist? Eigentlich nicht oder? Irgendwie beruhigend, zu wissen, dass da noch mehr ist. Dass es für irgendwas gut ist.

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