Keine Zeit fürs Glücklichsein?

Copyright by Symphony of Love, Photo by Rigor Mortisque

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Ich liebe meine Agentur, ich liebe meine Kunden und ich liebe was ich tue. Texten, Pressearbeit, Social Media Support, Gewinnspiele kreieren, Kooperationen und vieles mehr. Ich bereue die Entscheidung überhaupt nicht, wirklich!

Und doch frage ich mich in letzter Zeit, habe ich überhaupt Zeit zum Glücklichsein? Derzeit bin ich so voll mit “TUN”, dass ich kaum zum Durchatmen komme, geschweige denn zur Erholung oder für Glücksmomente. Das habe ich gestern abend wieder gedacht. Nach einem anstrengenden Arbeitstag bin ich sehr spät doch noch zu meiner Freundin auf ein Glas Wein. Es war schön, aber ich war so kaputt, dass ich es nicht so genießen konnte wie ich es normalerweise genossen hätte. Und nun sitze ich da und frage mich: War ich schon immer so? So workaholisiert, dass ich keine Zeit hatte fürs Glücklichsein? So unachtsam mit mir selbst, dass ich immerzu andere Dinge über mein Wohl und meine Wünsche stelle? Ich schaue nach links auf den Tisch..dort liegen Anträge, die ich noch ausfüllen und wegschicken muss. In Gedanken bin ich bei der Buchhaltung und was ich heute noch tun muss und müsste. Aber: Draußen scheint die Sonne. Sie ruft nach mir, eigentlich säße ich gern in einem Café in der Sonne, mit einem Buch und einem leckeren Cappuccino und würde mich des Lebens erfreuen. Vielleicht mache ich das noch – später, wenn ich erledigt habe, was ich noch erledigen muss. Ich glaube ich bin nicht allein mit dieser seltsamen Lebensform. Ich nehme sie bei anderen genauso wahr. Aber das ist keine Rechtfertigung. Das sollte uns nicht die Absolution erteilen, uns selbst unsere Glücksmomente streitig zu machen.

Ich sehne mich nach Momenten der Ruhe und Einkehr. Der Meditation, für Yoga, für lange Spaziergänge in der Natur. Ich möchte das #kribbeln spüren, mitten am Tag, irgendwo, in irgendeinem Moment. Ich möchte Zeit haben, um zu lachen. Und Raum fürs Schreiben. Seltsamerweise war die erste Sehnsucht die, jetzt zu schreiben. Neben der Sehnsucht nach einer Massage, einem ganzen Tag Erholung, einem Kuss, einem Über-den-Kopf-streicheln hat diese Sehnsucht gewonnen. Hier bin ich. Hier ist die Zeit, die ich Dir widme – Wort. Und wenn nichts bleibt, dann bleibt das Wort.

Hat mal irgendjemand ausgerechnet wie viel Zeit wir in unserem Leben mit aufräumen, spülen, putzen und anderen emotionslosen Dingen verschwenden? Und wie viel für die wirklich schönen Dinge, Gespräche, Freundschaft, Freisein und sich-fallen-lassen? Allein der Gedanke an all das zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Und was ist mit dem Springen von hohen Klippen, dem Fliegen, hohen Gipfeln und tiefen Bergseen, all die leidenschaftlichen, atemstockenden Lieben? Was ist mit Weite, Größe, innerem Frieden? Mit Wellenrauschem, der ersten Sonne nach einem Sturm oder der der Schnee, der alles Laute mit Stille überdeckt?

Für all das nehmen wir uns viel zu wenig Zeit. Wir nehmen uns Zeit für Verpflichtungen, für Dinge, die wir tun müssen. Und für die, von denen wir träumen oder nach denen wir uns sehnen, bleibt am Ende des Tages nichts mehr übrig. Aber es ist auch schwierig, das zu ändern oder? Egal ob selbständig oder angestellt – wir arbeiten von früh bis spät. Vielleicht kann ich mir meine Glücksmomente in die Arbeit holen. Vielleicht auch mal Nein sagen. Und mich disziplinieren, dass das einzige, was wirklich wirklich wichtig ist, ICH bin.

 

 

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