Mein größtes Hindernis – das bin ich

Copyright by Chris Zielecki/flickr.com

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Wer Neues wagt, hat Angst. Angst davor, zu versagen. Angst, es nicht gut genug zu machen. Angst davor, den falschen Weg einzuschlagen.
Jahrelang irrte ich deshalb umher, ohne Neues zu wagen. Ein Bild beschreibt diese meine Situation sehr passend: Ich stehe in der Mitte eines runden Raumes. Dort ist nichts, nur grauer Fußboden und eine öd-weiße Wand. Und viele viele Türen, die geschlossen sind. Sie warten darauf, geöffnet zu werden, doch ich öffne sie nicht. Keine einzige. Ich drehe mich immer wieder, orientierungslos, durch welche dieser Türen ich denn gehen soll. Was, wenn es die falsche ist? Und die Tür hinter mir zufällt und ich nicht mehr zurück kann? Vielleicht machte ich mal einen Schritt auf eine Tür zu, doch kehrte ich bald wieder an meinen Platz zurück und schaute. Und überlegte. Und so blieb ich stehen, dort wo ich war.

Überlegte Jahr.

Um Jahr.

Um Jahr.

Dann lernte ich Menschen kennen, die mich an der Hand nahmen und mit mir gemeinsam Tür um Tür öffneten. Die mir anboten, mit mir  mal durch eine durchzugehen und mich umzusehen. Und da bekam ich wieder ein Gefühl von dem, was möglich ist. Ein Gefühl, was ich während meines Studiums oft hatte: Das Gefühl – ALLES ist möglich. Alles, was Du Dir nur vorstellen kannst. Dazu eine kleine Übung:
Stelle Dir vor, Du bist frei von allen Ängsten, Bedenken, Glaubenssätzen und Erwartungen anderer. Stell Dir nun vor, wer Du bist, wenn Du frei von alldem bist. Bist Du mutig? Glücklich? Frei? Was bist Du, denke groß!
Und nun stelle Dir vor, welche Fähigkeiten Du hättest, wenn Du frei von alldem bist. Was könntest Du, wer wärst Du? Wärst Du ein Held? Ein Lebensretter? Ein Superman oder eine Superfrau? Und nun stelle Dir vor, was Du tun würdest, wenn Du alles könntest und allen Mut hättest, es zu auch zu tun. Welche Tür würdest Du wählen und durch welche würdest Du dann gerne durchgehen? Was würdest Du TUN?

Ich glaube, tief in unserem Innern sind wir frei. Frei von Schmerz und Krankheit. Von Negativität und Angst. Wir sind frei von Fesseln, die wir uns Jahr um Jahr mehr auferlegt haben. Und das alles möglich ist. Jeder kann sein Leben verändern. Manchmal braucht es einen Anstoß von jemandem oder eine Hand, die einen ein Stück des Weges begleitet (und ich rede nicht von einem Therapeut). Es ist keine Schande, es nicht allein zu schaffen. Es ist keine Schande, keinen Plan mehr zu haben. Hauptsache Du gehst. Hauptsache Du kommst ins Handeln, machst den ersten Schritt.

Es ist okay, Angst zu haben.

Wir werden an unsere Grenzen kommen. Wir werden manchmal nicht weiter wissen. Und manchmal werden uns alte Muster einholen, die uns wie Schatten folgen. Vielleicht werden wir auch scheitern. Doch jedes Scheitern, jede Grenze, die wir überwinden, gibt uns das Gefühl zurück, zu leben. Das ist das Leben, dieses verdammte Auf und Ab, das lachen und weinen an einem Tag, das sich sehnen und das aufgeben, der Streit und der Zusammenhalt – das Leben ist nicht aufzuhalten, wenn Du es erst einmal hineinlässt. Wenn Du Dein Gefängnis verlässt und die Tür einen Spalt aufschiebst.

Ich weiß bis heute nicht, ob die Tür, durch die ich gegangen bin, richtig ist. Aber das ist auch nicht wichtig. Ich muss es nicht wissen. Wichtig ist, dass ich wieder auf dem Weg bin, dass ich gehe, hüpfe, springe, fliege, dass ich mich über Regen freue und über die Sonne, die sich nach dem Regen zwischen den Wolken schüchtern zeigt. Und auf die Hindernisse, die ganz bestimmt auf meinem Weg liegen und über die ich stolpern werde.

Mein größtes Hindernis, das bin ich.

Der Druck, den ich mir selbst mache, die Glaubenssätze, mit denen ich mich selbst klein mache und die Krankheit, die mich daran hindern will, weiterzugehen.
Ich weiß nicht, wer von den weisen spirituellen Lehrern das sagte…ob es Eckhart Tolle war… letztlich gehört all das nicht wirklich zu uns. Es sind “Äußerlichkeiten”, Anhaftungen unseres Körpers – die mit unserem Geist nichts zu tun haben. Das was wir wirklich wirklich sind, ganz tief in unserem Innern – ist rein und klar und voller Freude. Und dort ist auch der Ort, wo immer alles möglich sein wird. Und wo wir wirklich frei sind. Wirklich frei.

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