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Nicht für jeden ist die Weihnachtszeit eine schöne Zeit – ein Appell ans Herz

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Die Vorweihnachtszeit ist eine komische Zeit. Eine schöne und zugleich eine traurige. Eine hoffnungsvolle und doch eine, die verzweifelt. Mich bewegt so viel und doch gar nichts. Gedankenwellen überfluten mich und manchmal ist es Leere, die mir bis in die Knochen zieht. Die letzten Jahre waren immer schlimm zu der Zeit. Ich war immer voller Kummer, ertrug das alleinsein nicht in dieser Zeit. Dachte an die schönen Zeiten, was mich noch trauriger machte.

In diesem Jahr…bin ich eher nachdenklich.

Ich denke über mein Jahr nach und ob ich alles getan habe, um es zu einem guten Jahr zu machen. Ich denke darüber nach, wie es im nächsten Jahr weitergehen soll. Ich weine nicht, aber irgendwie glaube ich, dass es gut wäre.

Ich bin gerade einfach nur müde, müde von dem Jahr und den Ereignissen. Müde vom Kranksein. Müde vom Kämpfen. Aber auch dankbar für die schönen Momente, die ich hatte. Für die Sonne im Sommer und das Träumen am Main. Für die Herbstfarben und die bunten Blätter überall (die dann leider auf der Wiese vor meinem Haus von großen Maschinen entfernt wurden und den wunderschönen Anblick zerstört haben). Ich bin dankbar für die Wärme in meinem Umfeld. Dafür, dass ich einen großen Teil Kälte aus meinem Leben vertreiben konnte. Und dafür, dass ich es schaffe, Grenzen aufzuzeigen, wenn mich etwas stört. Ich schaffe es, für mich einzustehen, auch wenn es mir noch ganz doll Angst macht, wenn ich es tue. Ich konnte mich sogar von Menschen trennen, die mir nicht gut tun. Es sind viele kleine Schritte, die ich in diesem Jahr gegangen bin. So mancher würde sie nicht einmal sehen. Geschweige denn als Erfolg anerkennen. Mein Erfolg ist mein Erfolg – ohne das ihn jemand anders als solchen bewerten müsste. Ich erkenne auch meine schwachen Momente in diesem Jahr an.Die Stunden der Tränen und der Perspektivlosigkeit. Die Stunden, in denen die Schokolade mein bester Freund war. Aber sie war kein bester Freund, denn sie isolierte mich noch mehr vom Leben. Ich wusste gar nicht mehr, wie es ist, sich in seinem Körper wohl zu fühlen. 15 Kilo weniger geht das wieder besser. Es ist nicht wichtig, dass ich anderen gefalle, sondern dass ich mir gefalle.

Alles was ich tue, tue ich für mich.

So habe ich heute meinen allerersten Weihnachtsbaum – nur für mich – geschmückt. Ich hatte schon vor einigen Jahren mal einen, aber da gab es einen Partner, für den ich ihn schmückte. Nicht für mich. Ich habe mir all die Jahre vorgemacht, dass ich Weihnachten hasse. Weil Weihnachten nicht so war, wie ich mir vorstellte, wie es zu sein hatte. Ich habe mir das gesagt, damit es nicht so weh tut. Und nun muss ich erkennen: Ich liebe Weihnachten und es ist mir wichtig, es mir schön zu machen, auch wenn es nur für mich ist. All die Jahre habe ich mir keine Mühe gegeben mit Weihnachtsschmuck – dafür umso mehr mit Geschenken für meine Freunde und Familie. In diesem Jahr ist es umgekehrt. In diesem Jahr schmückte ich liebevoll meine Wohnung und freue mich jedesmal darüber, wenn ich den schönen Türkranz oder den Weihnachtsbaum sehe. Ein kleiner Schritt hin zu “auf meine Bedürfnisse achten und für sie sorgen”. In diesem Jahr schenke ich selbstgemachtes und Zusammensein. Gibt es schöneres? :-)
Weihnachten ist das Fest der Liebe. Wir verbinden es immer mit der Liebe zu unserer Familie – und das ist auch zu einem großen Teil richtig so. Aber was ist mit all den Menschen, die vielleicht keine Familie haben. Oder sie haben, aber nicht mit ihr feiern können/wollen. Haben sie kein Recht auf ein Fest der Liebe?

Wir sollten Weihnachten auch als ein Fest für die Liebe zu UNS sehen.

Dass wir uns Zeit nehmen für uns und für die Dinge und Menschen, die uns wichtig sind. Dass wir liebevoll mit uns sind – vielleicht liebevoller als sonst. Dass wir uns vergeben für blöde Entscheidungen, die wir in dem Jahr getroffen haben. Und das wir stolz auf uns sind für die kleinen Schritte. Schenken wir uns doch einfach mal selbst etwas schönes! (Bitte kein Socken oder was sie “brauchen”, nein, etwas richtig schönes, wonach Sie sich sehnen!) Denn wir sollten uns auch dankbar gegenüber uns selbst zeigen. Ich habe mir dieses Jahr den Weihnachtsbaum geschenkt. Mit ganz neuen, wunderschönen Kugeln. Die grau-silber Kugeln glänzen himmlisch in ihrem Glitzerstaub. Ich sehe sie an und ich bin glücklich. Dass da ist NUR für mich. Und vielleicht die Menschen, die mich besuchen, da sie sich auch daran erfreuen werden. Ich habe zum ersten Mal etwas mit Hingabe und Liebe getan – nur für mich. Das ist doch was oder?

Ich möchte an diesem Weihnachten auch besonders an die Menschen denken, denen es nicht so gut geht. Ich habe Freundinnen, die gerade voller Kummer sind und deren Körper streikt. Die nicht weiter wissen und ganz hoffnungslos sind. Sie fühlen sich sehr allein und das in einer Zeit der Familie und des Zusammenseins. Es ist schön, wenn dieses Fest im Kreis der Liebsten harmonisch und liebevoll gefeiert wird. Doch lasst uns auch an die denken, denen dies nicht vergönnt ist. An die, die krank sind. Die alt sind und deren Kinder weit weg sind. Oder die im Stress versinken und keine “Zeit” für Weihnachten haben. Was ist mit den Mamas, die jedes Jahr für ihre Kinder alles perfekt organisieren – tun sie sich selbst auch etwas Gutes? Was ist mit den Singles und den Fernbeziehungen? Was mit denen, deren Leben gerade so ein Kampf ist, dass sie sich nicht über Weihnachten freuen können? Und was mit den Eltern, die den Kontakt zu ihren Kindern verloren haben und nun alleine unterm Baum sitzen? Was ist mit der netten Nachbarin von nebenan, die immer freundlich ist, an die aber keiner denkt?

Sie alle sind in meinem Herzen und ich schicke ihnen ganz viel Licht und Liebe. Ihr seid nicht allein.

 

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1 Comment

  • Reply Anonymous Dezember 15, 2013 at 9:16 am

    Hallo Süße, bin so berührt von diesen Worten. Hoffe nur das die Menschen die dir eigentlich nah sein sollten dies auch lesen. Und endlich mal verstehen was für ein tolles Menschenkind du bist. Von ganzem Herzen Y.

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