Positiv Denken! Und was ich davon halte

Copyright Dietmar Temps/flickr.com

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Positiv zu denken und zu sein ist leicht, wenn es einem gut geht. Wenn die Rechnungen bezahlt, der Körper fit, das Standing im Job gesichert und die Beziehung halbwegs harmonisch ist. Es ist leicht, wenn man auf Erfolgskurs und schon erfolgreich ist. Da positiv zu sein ist keine Kunst.
Die wirkliche Herausforderung ist, auch in traurigen und schweren Momenten, schwierigen Situationen oder krisenhaften Lebensabschnitten weiter an sich zu glauben und positiv nach vorne zu schauen. Das ist sehr sehr schwer, sich dann nicht Druck zu machen und selbst zu kritisieren. Nicht aus der Hilflosigkeit heraus negativ zu denken. Aber: ist das denn nicht menschlich? Manchmal scheinen wir zu vergessen, dass wir Menschen sind.

Entweder wir züchten unsere Negativität und verurteilen positives Denken oder wir züchten Positivität und verurteilen negatives Denken. Ich liebe und schätze große Transformationstrainer wie Robert Betz oder Veit Lindau, doch in manchen Momenten wird mir diese Betz-Invasion zuviel. Es wird mir dann zuviel – und falsch, wenn Menschen so auf positive Energie fokussiert sind, dass sie “negative” gar nicht mehr zulassen.

Kann man nicht einfach auch mal scheiße drauf sein?

Neiiiin!!!, ruft dann so mancher panisch. Wenn Du negative Energie in die Umwelt gibst, kommt sie geradewegs und doppelt-dreifach wieder zu Dir zurück!Mach das bloß nicht!!!
NA UND, antworte ich gelassen. Das gehört auch zum Leben dazu. Es gehört zu mir dazu so wie es zu Dir und jedem anderen Menschen auf dieser Welt dazugehört (die meisten Betzianer wollen es nur nicht zugeben). Ich GESTEHE: Ich kann nicht immer gut drauf sein! Doch moment mal: Wenn wir es verurteilen, wenn ein Mensch mal schlechte Laune hat, ist es das, was Robert uns lehrt? Will er, dass wir unsere negativen Emotionen unterdrücken oder möchte er vielmehr, dass wir sie annehmen lernen. Sie als zum Leben dazugehörig akzeptieren lernen. Sie nicht wegdrücken, sondern willkommen heißen. Und letztlich animiert er uns doch in jedem seiner Vorträge, unser So-Sein zu lieben, mit allen Schwächen die an uns haften Frieden zu schließen.

Fakt ist, ich möchte mir weder als negativ denkender noch als positiv denkender Mensch vorschreiben lassen, welche Emotionen ich haben darf. Diese meine ganz eine Emotion ist so individuell wie es die Menschen sind. Und jetzt in diesem einen Moment liebe ich meine schlechte Laune. Ich liebe es, so zu sein wie ich bin. Ob positiv denkend oder negativ denkend. Das Leben passiert uns und es ist unsere Aufgabe, unseren ureigenen Weg zu finden zwischen Depression und Betzinvasion.

In diesem Sinne – seid doch heute auch mal scheiße drauf. ;-)

Von Herzen

Tanja

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