Von Entscheidungen, offenen Herzen und Gedanken, die uns falsche Geschichten erzählen

Copyright by BK, Flickr.com

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Kennt ihr das auch? Da hat man endlich, nach Wochen, Monaten, eine Entscheidung getroffen und dann passiert etwas, was dazu führt, dass sich alles angenommene, auf dem die Entscheidung basierte, in Luft auflöst? Dies ging mir an diesem Wochenende so. Es war ein Wochenende, das einer emotionalen Achterbahn glich. Damit habe ich nicht gerechnet. Aber wer rechnet schon damit, berührt zu werden, wenn man denkt, man könnte gerade nicht berührt werden? Wer rechnet damit, dass die Kraft des menschlichen Zusammenseins so viel bewirkt, dass passierte, was schon eine Weile nicht mehr passiert war – nämlich mich in diesem Zusammensein durch und durch wohl zu fühlen?

Manchmal komme ich mir wirklich vor wie eine emotionale Baustelle. Ein unfertiges Haus, das einst so schön strahlte und in dem nun mal hier, mal dort gezimmert wird, mal hier das Fundament splittert, mal dort ein Raum in neuem Glanz erblüht.

Wenn ich das Wochenende im Rückblick betrachte, denke ich, bin ich eigentlich blöd? Wie konnte ich nur annehmen, ich gehöre da nicht mehr hin? Wie konnte ich mich fühlen, als wäre ich eingesperrt, als wäre ich eingeengt in meinem Tun, meinen Werten, meiner Vorstellung zu leben? Ich fühlte mich, als müsste ich jemand anders sein als der ich eigentlich bin. Und darauf basierte meine Entscheidung, denn ich dachte, wenn ich nicht weiterkomme so wie ich bin, dann hat es keinen Sinn weiter zu kämpfen. Ich war derart versperrt innerlich, dass ich alles nicht mehr wollte, alles nicht mehr konnte und da stand wie ein Kindergartenkind, dem man versucht, die Welt zu erklären. Ich würde sagen, ich war emotional unterfordert. Ich bekam keinen Zugang mehr zu der Brücke zwischen meinen Träumen vom Leben und den Menschen, dem Tun. Und ich dachte, wenn ich ihnen sage, dass ich jetzt einen anderen Weg gehe, dass sie mich ablehnen. Es ging mir so schlecht als wäre ich auf dem Weg zum Henker.
Doch was ist die Realität? Byron Katie würde sagen, war es wirklich wahr? Nein. Die Wahrheit waren liebevolle Herzen, Freunde und Mentoren, die mich mit offenen Armen empfingen und die mir mit Verständnis begegneten. Dann all die Menschen, die ihre Emotionen und Erfahrungen mit mir teilten, Episoden in denen ich herzlich lachen, Momente in denen ich still weinen durfte.

Ich denke, es ist gut, Entscheidungen zu treffen. Ich habe mich Monate davor gescheut, denn dafür hätte ich mich selbst, mein Tun und meine Ängste anschauen müssen. Es ist gut, Entscheidungen zu treffen, denn damit macht man sich frei von Druck und Kopfkino. Unser Kopf kann uns so viel erzählen, all die Gedanken, die uns falsche Geschichten erzählen (Byron Katie) und die wir irgendwann glauben. Was wahr ist, sehen wir erst, wenn wir einen Schritt weiter gehen. Und oft ist dieser Schritt schmerzhaft. Alles in uns sträubt sich. Ich wollte nicht dort hin gehen, nicht gestern, nicht heute. Aber wäre ich nicht gegangen, würde ich immer noch “weglaufen” vor den Geschichten, die meine Gedanken produziert haben.

Jetzt weiß ich es besser. Was das an meiner Entscheidung ändert, weiß ich noch nicht. Ich gehe jetzt in mich, auf meine Gedanken werde ich dabei nicht mehr hören, sondern auf mein Herz. Denn das spricht die Wahrheit.

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