Warum Dein Ego nicht will, dass Du LEBST und wie Du es ein für allemal enttarnst

Copyright by Dietmar -2BTemps/flickr.com

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Ich habe die Strategie meines Egos enttarnt. Die Strategie, die ich seit Jahren nicht zu fassen bekam und schon gar nicht verstanden habe. Wenn ihr euch jetzt fragt: Was meint sie eigentlich mit Ego, dann antworte ich, dass ich von der freudschen Theorie keinerlei Ahnung habe. Ich weiß nicht, was der gute Mann mit Ego meint. Ich verstehe unter Ego meine Gedanken und diese innere Stimme, die einem gerne mal was zuflüstert wie das Teufelchen auf der Schulter. Nur meint es mein Ego nicht gut mit mir. Es mag mich nicht besonders, aber das beruht auf Gegenseitigkeit. Mein Ego liebt es, mich von meinen Entscheidungen und Veränderungen abbringen zu wollen. Mein Ego hasst nämlich Veränderungen. Und es kann damit gar nichts anfangen, wenn ich in meine Kraft komme. Dass es mir gut geht. Freude ist ihm auch suspekt. Mein Ego ist mehr so das Bächlein unter den Flüßen. Der stetige Flow zwischen den Extremen. Das klingt nicht sooo schlecht? Tja, so dachte ich auch – jahrelang. Aber das Ego macht das nicht einfach so. Sein Ziel ist es, die Fäden in Deinem Leben in der Hand zu halten. Dich an der kurzen Kette laufen zu lassen. Er möchte kontrollieren, alles was passiert – denn das ist (laut ihm) sicher und der beste Weg. Keine Überraschungen, keinen Kontrollverlust, keine Angst.

Aber auch kein Leben. Kein Herzklopfen. Keine Euphorie. Kein über-sich-hinaus-wachsen. Und das Schlimmste: Keine Veränderung. Alles bleibt immer gleich.

Das Ego nimmt keine Rücksicht darauf, dass Du Dich eigentlich in Deinem Leben nicht wohl fühlst. Wenn Du unglücklich bist, macht Dir das Ego weiß, dass das das kleinere Übel ist als sich in dieses unsichere Terrain, diese Höllenschlucht zu wagen.
In einem Buch habe ich mal gelesen: Wenn die Gedanken Dir kein gutes Gefühl machen, entsprechen sie nicht der Wahrheit. Ich glaube, es war Byron Katie, die das sagte. Manchmal, wenn ich besonders fiese Gedanken habe, fällt mir dieser Satz ein und ich denke: Diese Gedanken sind nicht wahr, denn sie tun mir nicht gut. Stell Dir vor, Du denkst täglich nur Gedanken, die Dir nicht gut tun. Und dazu das Ego, dass Dir sagt: Psst bleib wo Du bist. Gehe BLOß keinen Schritt weiter! Bewege Dich nicht! Verständlich, dass der Mensch dann stehenbleibt und sich nicht “bewegt” in seinem Leben. Dass er gar richtig verlernt, wie es ist, Dinge oder sich selbst zu verändern. Ich wusste es auch nicht mehr. Veränderung hat mir irgendwann so eine Angst eingejagt, dass ich täglich bemüht war, die Kontrolle über mein Leben zu behalten. Ich kann euch sagen, ich habe die stärkste Form dieser Ego-Krankheit.

Aber jetzt habe ich mein Ego enttarnt. Wie? Nun, ich hatte in kurzer Zeit ähnliche Situationen, in denen es um Entscheidungen und große Veränderungen ging. Ich habe in beiden Situationen große Freude, Herzklopfen und Stolz auf mich gefühlt. Ich hatte große Entscheidungen getroffen, von denen ich überzeugt war. Aber das Ego ist schlau, am Anfang hält es sich noch still im Hintergrund – es kam erst später aus seinem Versteck, als die erste Euphorie etwas abgeklungen war und ich Herausforderungen begegnete. Genau in diesem “schwachen” Moment riß es sein Maul auf und erzählte mir ungefähr folgendes: “Siehst Du, jetzt kommen schon die ersten Probleme, Du schaffst es nicht. Mach es nicht, rudere zurück, werf hin, glaube mir, Du wirst es bereuen. Was wenn Du das nicht schaffst (Du schaffst das nicht), vielleicht ist es besser, wenn es nicht klappt, dann bleibt alles wie es ist. Es ist doch schön so wie es ist, denke an die Konsequenzen, wenn es schief geht. Wenn, wenn, wenn, wenn…(alle möglichen Szenarien)….dann…. (es folgen die schlimmsten möglichen Dinge, die passieren können)…es ist besser, dass alles so bleibt wie es ist (Schlusssatz).
Joa-  spannend oder? Das Ende vom Lied ist, dass ich total verunsichert bin und an meiner eigenen Entscheidung zweifle. In der Vergangenheit habe ich dem immer nachgegeben. Immer. Ich dachte, komm, sei vernünftig. Und blieb. Ich habe mich nicht bewegt. Aber ich habe es gerechtfertigt, dass das ja vernünftiger sei. VERNUNFT hat aber nichts mit LEBLOSIGKEIT zu tun! Und das ist es, was das Ego will. Es will, dass Du NICHT lebst! Es will Dich klein halten, dass Du in Deinem kleinen Kosmos bleibst und bloß nicht die würzige, blumige, stürmische, liebestrunkene Luft des Lebens atmest. Und wenn Du erstickst an Deinem eigenen Sein – es würde Dir immer noch erzählen, dass es so das Beste ist.

Ich glaube nicht an das Konzept, dass man seine Gedanken beherrschen kann. Bei mir funktioniert es jedenfalls nicht, meine Gedanken sind da, egal was ich “gegen sie” tue. Aber jetzt weiß ich, dass man sie enttarnen kann. Dass man ihnen ihren Superman-Mantel wegreißen und sich ansehen kann, was wirklich darunter ist. Wenn Du verstehst, was Dein Ego eigentlich mit Dir vor hat, wovon es Dich abhalten will und was es Dir erzählt, um das zu schaffen – bist Du wieder Herr/in Deiner selbst. Dann siehst Du, wie Du wirklich bist. Dann wirst Du feststellen, dass Du viel mutiger, viel kampfeslustiger, viel kreativer, viel weicher, viel schöner bist, als Du jemals dachtest zu sein. Und dann wird es Dir viel leichter fallen, Veränderung in Dein Leben zu bringen. Denn nur Du entscheidest, Du ganz allein, wie Du leben möchtest.

Ich habe eine kleine Übung für Dich. Diese Idee kam mir, als das Ego vor kurzem versuchte, mich von meinem Weg abzubringen. Es ist ganz einfach. Mache genau das Gegenteil von dem, was Dir Dein Ego sagt, was Du tun sollst. Es will, dass Du etwas nicht tust? Tu es. Es will, dass Du so und so bist? Sei genau das Gegenteil. Und schaue was passiert. Ich wage zu behaupten, dass Du Dich großartig fühlen wirst. Und unfassbar befreit. Stolz. Du wirst eine Lebensfreude spüren, wie Du sie lange nicht gefühlt hast. Und es ist so leicht – tue einfach immer genau das Gegenteil. Wenn Du verunsichert bist, ob das so das richtige ist – lies Dir den Text hier nochmal durch und sage Dir, dass das, was Dein Ego Dir immerzu erzählt, nicht die Wahrheit ist. Das Gegenteil ist die Wahrheit.

Ich wünsche Dir eben diese Freude, das Herzklopfen, den Stolz auf Dich selbst – alle Emotionen, die Du nicht fühlen konntest, weil Du auf Dein Ego gehört hast.

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